Selbstverfasstes Geschreibsel...


Traumjob Weihnachtsmann?

Es ist inzwischen offensichtlich: Immer mehr Weihnachtsmänner sind suizidgefährdet. Man sieht sie immer häufiger, wie sie lebensmüde an Hausfassaden hängen, nur noch an einem dünnen Strick baumelnd, der nicht wirklich so aussieht, als würde er auch nur annähernd irgendwelchen Sicherheitsstandards gerecht werden.
Doch woran liegt diese geradezu ablehnende Einstellung zum Leben? Immerhin haben Weihnachtsmänner doch einen verantwortungsvollen und bei allen hoch angesehenen Job. Egal wo man sich umhört: Nahezu jeder liebt sie. Oder ist dies nur ein populärer Irrtum, der seit Jahrhunderten falsch überliefert wird? Liegt doch bei der wachsenden Anzahl der lebensmüden Fassadenspringer, die man tagtäglich bei ihren halsbrecherischen Aktionen beobachten kann, die Vermutung nahe, dass niemand ein wirkliches Interesse daran hat die Weihnachtsmänner am Absprung zu hindern. Erkennen wir etwa den Ernst der Lage nicht an, obwohl dieser doch so offensichtlich ist? Warum ignorieren wir es scheinbar, dass jeden Tag hunderte rot gekleideter alter Männer an schmucken Einfamilienhausfassaden den Freitod suchen? Fragen wir also nach den Gründen für diese zunehmende Bereitschaft der Weihnachtsmänner sich ausgerechnet so kurz vor Weihnachten in den sicheren Tod zu stürzen:
Der Beruf des Weihnachtsmannes wird immer stressiger. Immer lauter wird der Ruf von konsumgeilen Kindern, die sich unbedingt das teuerste und größte Geschenk wünschen oder einfach jedes Jahr mindestens zwei Geschenke mehr bekommen wollen als im letzten Jahr. Der Tenor der kleinen Blagen lautet: Teurer, größer, mehr und prolliger soll es sein. Schließlich hat der beste Freund das begehrte Teil schon seit 2 Wochen. Sonst gibt’s direkt einen kleinen Tobsuchtanfall unter’m Weihnachtsbaum, der unter Umständen bis zu drei Stunden dauern kann und meist auch nur mit dem Versprechen der Eltern endet, dass der Weihnachtsmann das große Barbie-Traumhaus mit allem Zubehör oder die neue Playstation2 nach den Feiertagen nachliefern wird. Durch die immer größer und schwerer werdenden Geschenke (die Playstation wiegt schon alleine etwas mehr als 2 Kilo) wird auch der Weihnachtsmann-Rücken stärker belastest als noch vor einigen Jahren. Dies führt oft zu frühzeitiger Invalidität der Weihnachtsmänner, denen dann irgendwann nichts anderes mehr übrig bleibt als in Rente zu gehen, die zugegebenermaßen nur ein besserer Hungerlohn ist von dem man wirklich kaum leben kann. Außerdem ist der Stress, den die immer umfangreicher werdenden Massen an Geschenken den Weihnachtsmänner bescheren immens, denn nach wie vor muss die Auslieferung während des zeitlich sehr knapp kalkulierten Heiligabends geschehen. Neue Weihnachtsmänner werden auch Kostengründen kaum noch eingestellt, also heißt es für die Weihnachtsmänner: Mehr arbeiten für den gleichen Lohn. Hinzu kommen die Geschenke, die die Weihnachtsmänner nach Weihnachten noch unauffällig nachliefern müssen, entweder weil diese (wie bereits oben beschrieben) dem Beschenkten nicht zusagten oder auch weil sie im Trubel aus Versehen ein Geschenk zwei Mal eingesteckt haben und dieses umtauschen müssen. Daneben verschwenden Texthänger beim schlampig einstudierten Weihnachtsgedicht der kleinen Racker und neue moderne vielstrophige Pop-Art-Weihnachtslieder zusätzlich die eh schon knapp bemessene Zeit der Weihnachtsmänner. Aber auch Erwachsene sind inzwischen mindestens so anspruchsvoll wie die lieben Kleinen. Da muss es der neue LCD-Fernseher sein, von dem der Nachbar das Vorgängermodel hat oder das 26-teilige Kaffeeservice-Set für Mutti von Rosenthal, damit sie auch weiterhin so eine phantastische Gastgeberin sein kann wie eh und je. Bei beiden Geschenken ist schon alleine der Transport eine Herausforderung, die die Weihnachtsmänner auch in der Kürze der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit bravourös und in unversehrtem Zustand (der Geschenke) meistern müssen.
Wen wundert es da also noch, dass bei so einem gefährlichen, nervenaufreibenden, nicht zuletzt stressigen Job und den nicht gerade rosigen Zukunftsaussichten immer mehr Weihnachtsmänner freiwillig aus dem Leben scheiden? Würden die Beschenkten wieder genügsamer, wäre es vielleicht möglich diese Suizidepidemie rapide einzudämmen. Aber wie viele Weihnachtsmänner werden bis dahin noch sterben?

Darum: Schenkt von Herzen und nicht um des Schenkens wegen! Ihr würdet damit sicherlich einige Leben retten!






Zurück zu den Ursprüngen...

Letztens als ich einen Termin mit unserem Priester ausmachen wollte:
Bei ihm geht wieder keiner ran und ich fange an zu fluchen:
"Das kann doch nicht wahr sein! Also ehrlich, dass der aber nie da ist. Wie soll ich denn da einen Termin ausmachen? Herrgott nochmal!"
Auf diese Zeilen hin meldet sich doch jemand in der Leitung: "Am Apparat, meine Tochter!"
Ich bin etwas verdutzt und frage: "Bitte was?"
Mein Gegenüber antwortet mit einem von mir als etwas zu übertrieben empfundenen Hall in der Stimme (ich hasse diese neumodische Effektheischerei): "Telefonische Seelsorge. Gott am Apparat. Was kann ich für dich tun, meine Tochter?"
Ich bin zuerst einmal etwas verwirrt und brülle in den Hörer: "Wer bitte??????"
Daraufhin kommt die Antwort: "Seit der vielen Fusionen und dem Priestermangel ist die Seelsorge, gerade die telefonische, so geregelt, dass ich mein Bodenpersonal von Zeit zu Zeit vertrete, wenn es verhindert ist. Ist ein neuer Service von uns namens "Pastoral-Care-Sharing". Entwickelt mit dem Papst höchstpersönlich. Man muss sich ja schließlich an die Bedürfnisse anpassen, meine Tochter."

Das Gespräch wurde noch sehr tiefgreifend. Ich möchte aus datenschutzrechtlichen Gründen nur den bisher genannten Teil hier veröffentlichen. Vom Beichtgeheimnis hab ich ihn nämlich nicht entbunden...