Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Gestern Nacht hatte ich dann doch noch den rettenden Einfall für mein Kreativprojekt. Einen persönlichen Sim in Sims 2 zu erstellen ist für jemanden, die von sich sagt, sie würde im Internet leben, genau das Richtige, dachte ich mir so. Noch ein bisschen am Gesicht rummodeliert und das Top der Sims-Dame gepimpt und fertig war die virtuelle Superfrau. Das Gedicht, das ich dazu geschrieben habe, basierte allerdings eher auf dem Grundprinzip: "Reim dich oder ich fress dich!" War halt ein Schnellschuss mit eiliger Deadline. Hauptsache meiner Kollegin hat's gefallen. (Hoffe ich doch zumindest mal.)


Da mache ich heute überpünktlich Feierabend und hetze nach Hause, um mir ein Radio-Interview von Roland Bless auf irgend so einem Popels-Internetsender anzuhören und aufzunehmen. Und was ist? Ich musste doch tatsächlich feststellen, dass das "Interview" ein einminütiges Statement von ihm zur Pur-Bandgeschichte war, das ich so oder so ähnlich schon zig Mal gehört habe.

Geschenkt!!!

War wohl einfach nicht sein Tag gestern...

21.10.11 12:50, kommentieren

Wo ist das Orm?

Nein, ich kann es einfach nicht glauben!

Im Moment bin ich ja wirklich kreativ schreibmäßig, aber muss mich deshalb direkt der Größenwahn überfallen? Anscheinend schon!

Da ich im Moment so einen Lauf habe Worte zu Papier bzw. zu Worddokument zu bringen, habe ich natürlich heute Mittag ganz großkotzig gemeint, ein Kreativprojekt an mich reißen zu müssen. Deadline ist natürlich heute und mein Kopf ist plötzlich ein riesengroßes Vakuum. Das Orm hat mich verlassen!

Jetzt sitze ich hier und zermartete mir das Hirn, aber es will mir so wirklich gar nichts einfallen. Selbst das seit einer Stunde geöffnete Worddokument ist immer noch so blütenweiß wie die Wäsche aus der Waschmittelwerbung.

Ich werde jetzt noch ein bisschen googlen und mich ein bisschen durch die Ordner meines PCs klicken. Vielleicht finde ich da ja noch was Brauchbares. Wenn das alles nichts hilft, muss ich nochmal meine Muse bemühen und mir ein bisschen Musik auf die Ohren schmeißen. Das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekommen würde!

1 Kommentar 20.10.11 20:14, kommentieren

Netter Mann mit netter Musik

Ein sehr schönes Video-Portrait über den Ex-Schlagzeuger von Pur Roland Bless:

20.10.11 13:20, kommentieren

Das ist wirklich jeck

Ich weiß gerade nicht, ob es ein Flop oder ein Highlight ist, was ich da gerade in unserer Wochenzeitung lese. Auf jeden Fall habe ich herzlich gelacht. Die Zeitung titelt: "Das Ende der reinen Männerwirtschaft! - Euskirchener Karneval öffnet sich für Frauen / Prinzenpaar, Prinzessin und Dreigestirn sind kein Tabu mehr". Ja, selbst eine Prinzessin dürfe es inzwischen geben.

Die große Frage, die sich Außenstehende stellen: Warum ist es plötzlich nicht mehr zwingend notwendig das Amt der Euskirchener Tollität, wie viele Jahrzehnte bisher ja auch, von einem männlichen Prinzen besetzen zu lassen?
Die Antwort ist ganz einfach: Inzwischen ist es Mitte Oktober und die Stadt Euskirchen hat bisher keinen Mann auftreiben können, der sich bereit erklärt hat vom 11.11. bis Aschermittwoch das Zepter über die Euskirchener Narren zu schwingen.

Noch vor einem Jahr, als das Amt der Euskirchener Tollität auch bis in den Spätsommer hinein vakant war, sich aber in letzter Minute noch ein Prinz gefunden hatte, hat ein Freund meiner Familie, der seit Jahrzehnten im Euskirchener Karneval ein hohes Tier ist, noch bei der Taufe meines Großcousins vollmundig erklärt: "Die wäde noch ene finge, dä dat määt. Die wulle kein Frau als Prinz. Dat wird et bei uns net jävve. Die Lück, die jet zo saare han, sin da eindeutisch jejen." (Zu deutsch: Die werden noch einen finden, der das macht. Die wollen keine Frau als Prinz. Das wird es im Euskirchener Karneval nicht geben. Da sind die Leute, die was zu sagen haben eindeutig dagegen.)

Sein Wort in Gottes Gehörgang. Jetzt wo plötzlich, im wahrsten Sinne des Wortes, Not am Mann ist, haben es sich die Obernarren unserer Stadt dann doch anders überlegt. Denn jetzt ist es uns Frauen erlaubt die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Typisch Fastelovend!

1 Kommentar 19.10.11 21:26, kommentieren

Muslime, Verschwörungstheoretiker und andere „Naturphanömene“

Getreu dem Motto „Wenn’s weh tut noch drei Meter“ durfte ich heute wieder mal mit einem Fan der Zeitgeist-Filme meine Bekanntschaft machen. Es ist immer wieder erstaunlich nach welchem fast einheitlichen Muster solche Missionierungsgespräche ablaufen.

Zuerst bekommt man wahnsinnig nette und fast schon übertriebene Komplimente gemacht. Es folgt die Phase des munteren und lockeren Geplänkels. Doch schon bald, geschickt vom Missionar am anderen Ende der Leitung eingeleitet, geht es ans Eingemachte und das Gespräch nimmt langsam aber sicher die gewünschte Fahrt auf. Relativ schnell kommt die Person mit dem nahezu unerschöpflichen Missionierungseifer auf das eigentlich von ihr schon von Anfang an anvisierte Thema zu sprechen:

Den Tenor des weiteren Gesprächs kann man wie folgt zusammenfassen: Du lebst in einer falschen Welt und du hast ja echt so was von gar keine Ahnung, dass die Wahrheit völlig an dir vorbei geht. Da stellt man sich doch mal direkt selber so einige Fragen: Wie zur Hölle habe ich dieses geradezu grausame Dasein nur mein ganzes bisheriges Leben überstanden? Und warum bin ich nicht auch von selber darauf gekommen, dass meine Zufriedenheit eigentlich gar nicht Wirklichkeit sein kann? Denn wenn mein ganzes Leben auf einer Lüge basiert, von der ich nebenbei bemerkt bisher nicht mal ein Fünkchen wahrgenommen habe, dann muss es einem doch eigentlich megaschlecht gehen oder etwa nicht?

Ziel seines perfiden „Spiels“ ist es mich von der Wahrheit des „Erleuchteten“ zu überzeugen und am Schluss des Gesprächs im Brustton der Überzeugung zu rufen: „Du hast ja so recht. Wärst du nicht in mein Leben getreten, ich wäre sicher in den nächsten 48 Stunden an meiner unwürdigen und unwahren Lebensweise verreckt.“ Dass ich mir dabei wie ein Opfer vorkomme, dem man gerade das Hirn rauszureißen versucht, weil einen das ja eh die letzten 28 Jahre mit Lügenbildern jeglicher Couleur verarscht hat, juckt den Missionar dabei eher weniger, denn er ist ja schließlich der einzige Mensch auf der Welt, der mich auf den rechten Weg bringen kann. Dabei ist es völlig egal, ob es sich bei der so genannten Wahrheit um meine Bekehrung zur Muslima, zu irgendwelchen paranoiden Bewegungen oder sonstigen unausweichlichen Übermenschen-Programmen handelt. Fakt ist hierbei lediglich: Mein Weltbild ist falsch. Das des Bekehrenden ist richtig. Man kann oft nur darüber staunen, wie wenig geistig wendig einige Mitmenschen sein können. Die fehlende Einsicht und die Sturheit, die man mir in solchen Gesprächen gerne vorwirft, erfüllt mein Gegenüber fast noch formvollendeter als ich. Insbesondere weil ich häufig das Gefühl habe, dass ich der Einzige in diesem Gespräch bin, der sich wirklich mit dem Denken meines Gegenübers auseinandersetzen will und ihm einfach seine Wahrheit lasse, wie krude und verrückt sie mir auch erscheint..

Ich frage mich in solchen Fällen immer, woher man diese fast schon narzisstische Arroganz und Penetranz nimmt, dem anderen zu verklickern, dass man selber die Wahrheit gepachtet hat. Ich sage ja auch nicht zu jedem dahergelaufenen Fiffi: „Komm rüber auf die Christenseite. Hier ist es so schön sonnig und der Papst ist eigentlich auch ein total netter Kerl.“ Dass ich nicht um eine solche Art der Bekehrung gebeten habe, lässt den Missionar an sich meistens jedoch völlig kalt. Eigentlich sollte ich meinem Gegenüber ja sogar für seine aufopferungsvollen Bemühungen mich (wieder) auf den rechten Weg zu weisen, dankbar sein, schließlich will man mir ja völlig uneigennützig nur helfen und das obwohl man mich gar nicht kennt. Mein Seelenheil ist schließlich ein kostbares Gut. Dass dies bei mir nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt, ruft allerdings oft genug blanke Empörung und völliges Unverständnis hervor. Ja, ich bin sogar so dreist, dass ich mich entschieden gegen eine solche Indoktrinierung zur Wehr setze und einfach an meinem alten Glauben, Weltbild oder was auch immer sonst gerade zurechtgerückt werden soll, festhalte. Dem Fass den Boden schlägt dann schlussendlich auch noch aus, dass ich außerdem noch anfange über ihre Beweggründe und den Missionsauftrag zu diskutieren und ihre eigene Wahrheit damit für mich persönlich nahezu gänzlich ad absurdum führe. Auch die gebetsmühlenartige Wiederholung ihrer eigenen unverrückbaren Wahrheit und ihre immer wiederkehrende Schilderung meiner qualvollen Zukunft in den schwärzesten Farben macht das Ganze nicht besser und löst bei mir eher Erheiterung aus, die ich jedoch meistens für mich behalte. Schließlich will man ja nicht unhöflich sein, denn damit würde man sich selbst auf die gleiche Stufe wie den Bekehrenden stellen.

Dass meine dreiste Beharrlichkeit einfach so bleiben zu wollen wie ich bin, natürlich nicht ganz ohne Folgen bleibt, brauche ich hier ja wohl kaum zu erwähnen. Die vorher so besonnen und höflich auftretenden Herren werden aggressiv und fangen früher oder später an, beleidigend und ausfallend zu werden. Besonders gerne stellen die Missionare dann meine Intelligenz, die sie mitunter eingangs des Gesprächs sogar noch positiv erwähnt haben oder gar meine Zurechnungsfähigkeit in Frage. Man stellt mich gerne auch als grenzdebil und völlig desolat hin. Von anderen verbalen Ausuferungen völlig zu schweigen. Meistens gipfelt das Ganze dann darin, dass man mir in absehbarer Zeit den (qualvollen) Tod wünscht, denn dann würde ich ja sehen, was ich mit meiner Uneinsichtigkeit anrichte. Wie gut, dass ich nur bedingt an ein Leben nach dem Tod glaube. Vermutlich bleibt mir dadurch vieles erspart…

16.10.11 01:29, kommentieren